Fritz geht in die 9. Klasse einer Gesamtschule in Mönchengladbach und seit Corona war er wie alle anderen Kinder und Jugendlichen nicht mehr in der Schule. Auch nun, kurz vor den großen Sommerferien, ist er nur noch selten in der Schule. Stattdessen lernt er online: Onlinemeetings, Chats mit dem Lehrer über lo-net, Einzelarbeit, Hausaufgaben-Stellung und -Besprechung ebenfalls digital. Fritz gefällt das, zumal er neben dem Lernen zuhause auch viel Zeit seinem Hobby zu frönt und sich durch Gartenarbeit seit Taschengeld aufbessern kann.

Dieses neuartige Präsenz- und Distanzlernen ist für alle neu und die Einen kommen gut damit zu Recht und die Anderen etwas schlechter. Es gibt Lehrkräfte, die sind sehr digital-fitt und andere Lehrkräfte, die sind sehr unsicher in diesem Bereich und haben teilweise sogar Angst vor eigener Überforderung. Da sind dann auch Schulleiterinnen und Schulleiter Coach und Motivator zugleich. Aber, auch Schüler sind digital nicht weniger selten zu erreichen — aber das Thema haben wir an dieser Stelle auch schon thematisiert.

Nun gibt es aber eine interessante Schülerbefragung vom Institut der Deutschen Wirtschaft. Die Wissenschaftler befragten 2.000 Jugendliche, gefragt nach der besten Lernmethode. Die Schüler sind 17 Jahre jung und kommen überwiegend aus Gymnasien, weil sie Teilnehmer sind des Schülerfirmenprojekts “Junior” sind. Also, in keinster Weise repräsentativ, aber dennoch “eindrücklich” wie die Süddeutsche (SZ) schreibt.

Zu den Ergebnissen: 42% der Schüler gefällt das Lernen im Internet über Videos und Erklärclips am besten. Der Schulunterricht war nur für 27 Prozent der Jugendlichen die Lernmethode der Wahl. Podcast hören im Übrigen nur 3%. Die Untersuchung liegt der SZ vorab vor.

In welchen Fächern mit digitalen Geräten unterrichtet wird: Naturwissenschaften (47%), Fremdsprachen (43), Gesellschaftskunde (42), Mathe (35), Deutsch (34).

“Man muss natürlich berücksichtigen, dass die befragten Jugendlichen relativ alt sind, bei Grundschülern dürften die Ergebnisse sicher anders ausfallen”, sagt IW-Forscherin Ruth Schüler. “Aber für uns war es frappierend festzustellen, wie digital die Lernrealität von Schülerinnen und Schülern bereits ist und wie wenig digital im Gegensatz dazu die Schulen bisher aufgestellt waren.” Das zeigen die Daten der jüngsten Pisa-Studie aus dem Jahr 2018, die die IW-Autorinnen parallel auswerteten. Mehr als die Hälfte der damals befragten 15-Jährigen gab an, dass bei ihnen im Unterricht keine Notebooks oder Tablets eingesetzt würden. Am häufigsten werden digitale Geräte im Klassenzimmer noch in den Naturwissenschaften oder Fremdsprachen genutzt.

Interessant auch, dass Jungs und Mädels offenbar “anders” lernen. Die SZ schreibt dazu: Tipps von Freunden sind zwar für Jungen wie für Mädchen gleichermaßen relevant; darüber hinaus berücksichtigen Mädchen aber häufiger Empfehlungen von Lehrkräften, während Jungen sich nach den Abrufzahlen eines Videos richten — getreu dem Motto: Was viel geklickt wurde, wird schon was taugen.

Mehr Ergebnisse gibt es hier https://www.sueddeutsche.de/bildung/schule-youtube-lernvideos-1.4937698

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