Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Eltern,

mit diesem Interview wollen wir wieder eine weitere Entscheidungshilfe in der Studien- und Berufsorientierung bieten. Hierzu haben wir eine Expertin befragt. Caprice ist 23 Jahre alt und studiert im sechsten Semester International Marketing Management an der University of Applied Sciences in Venlo, den Niederlanden.

Wann wusstest Du wo, bzw. was Du studieren willst?

Als ich ungefähr 15 Jahre alt war, hatte ich eine Dokumentation über den Beruf des Foodstylisten gesehen und war sofort beeindruckt. Danach habe ich mich intensiver mit dem Thema Werbung befasst und ein Schülerpraktikum bei einer Werbeagentur gemacht. Später machte ich mein Abitur und ging für sechs Monate ins Ausland. In der Zeit hatte ich die Möglichkeit mich umzuhören welche Berufe es gibt und bin bei Marketing hängen geblieben. Als ich dann wieder nach Deutschland gekommen bin, habe ich mich bei verschiedenen Hochschulen und Universitäten für das Fach Marketing und auch Betriebswirtschaftslehre eingeschrieben. Außerdem konnte ich an meiner Hochschule entscheiden, ob ich auf Deutsch oder Englisch studieren möchte. Bis zu einem Tag vor Abgabe meiner Entscheidung war ich mir sehr unsicher. Ich habe mich dann am Ende doch für die Herausforderung und somit das Marketing Studium auf Englisch entschieden.

Warum hast Du Dich genau für diese Uni entschieden?

Schon in der Oberstufe habe ich an verschiedenen Probewochen zweier Unis teilgenommen. Einmal an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und an der Fontys University of Applied Sciences. Daher kannte ich meine Uni schon, aber war nicht sicher, ob sie etwas für mich ist. Doch während ich auf Ideensuche für ein Studium und eine Uni war, habe ich mich in meinem Freundeskreis umgehört. Durch einen Freund habe ich dann einen Studenten der Fontys kennengelernt. Er hat mir jede Frage beantwortet und mir die Uni ans Herz gelegt. Mich überzeugte auch der internationale Fokus meiner Uni, denn dort sind bis zu 4.000 Studierende aus vielen verschiedenen Ländern vertreten. Außerdem finden die Vorlesungen in einem Klassenverband statt und nicht in riesen Vorlesungssälen, wie man es von großen Universitäten kennt.

Wie ist dein Studium aufgebaut?

Mein Studium dauert acht Semester und somit 4 Jahre. Die ersten vier Semester sind an der Uni und beinhalten jeweils sechs Fächer pro Semester. Im fünften und sechsten Semester macht man ein Pflichtpraktikum und ein Auslandsemester oder Minor an der Uni. Das siebte Semester findet wieder an der Uni statt und es werden Vorlesungen besucht. Das achte und letzte Semester ist das Bachelor Semester, in dem die Bachelor-Arbeit im Rahmen eines zweiten Praktikums geschrieben wird. Geprüft wird generell durch Klausuren, Hausarbeiten, mündlichen Prüfungen oder Präsentationen, ob alleine oder in Gruppen.

Was sind typische Arbeitsabläufe in Deinem Studium?

Meine Uni legt großen Wert auf Team-Building und Präsentation-Skills. Deshalb haben wir oft mehr Gruppenarbeiten als schriftliche Klausuren. Somit sitzen wir oft nach den Vorlesungen in unseren Gruppen und arbeiten an der gemeinsamen Hausarbeit, erstellen Präsentationen und üben sie fleißig in den reservierten Vorlesungsräumen. Da viele Studierende eine längere Autofahrt nach Hause haben, treffen sich viele Gruppen täglich und arbeiten zusammen. Auch bei Fragen ist es möglich die Dozierenden persönlich in ihren Büros anzutreffen und sie um Hilfe zu bitten. Das macht die Arbeit leichter und die Studierenden kommen schneller voran.

Was sind die Berufsaussichten in Deinem Studienbereich?

Nachdem das Studium erfolgreich abgeschlossen ist, kann man in vielen Bereichen beruflich durchstarten. Zum einem gibt es die verschiedenen Marketingbereiche, wie zum Beispiel Online-Marketing, B2B-Marketing (Business to Business), Event-Marketing und viele mehr. Generell sind Profis für Marketing in Marketingabteilungen, Kommunikations-, PR-, und Öffentlichkeitsarbeit, im Vertrieb, in der Marktforschung und in Unternehmensberatungen gefragt. Durch die zwei Pflichtpraktika in dem Studium kann man schon mal einen guten Eindruck in die Branche gewinnen.

Wie kannst Du das Leben an der Uni beschreiben?

Die Fontys ist ein überschaubarer und sehr moderner Campus. Man trifft immer mal wieder ein bekanntes Gesicht, lernt aber auch neue Leute kennen. Bei schönem Wetter sitzen viele Studierende draußen im Grünen und arbeiten oder genießen die Pause. Es kann auch schon mal vorkommen, dass der König der Niederlande zu besuch kommt. Also es ist immer lebhaft und wird nie langweilig.

Welche Fähigkeiten braucht es für ein erfolgreiches Studium?

Kreativität, Lust auf Gruppenarbeit und etwas Mut. Marketing ist grundsätzlich ein kreatives Fach, aber auch muss man hier pauken, da das die Grundlagen für das weitere Studium sind. In den vielen Gruppenarbeiten muss man sich anpassen können, mal starke Nerven beweisen oder auch mal die Gruppe leiten. Soft Skills werden hier benötigt, um eine erfolgreiche Gruppenarbeit am Ende des Semesters abzugeben. Für die Präsentationen braucht man am Anfang etwas Mut. Allerdings lernt man das Präsentieren in Laufe des Studiums und es gehört irgendwann zum alltäglichen Uni-Leben dazu. Sonst ist es wichtig, schon ein paar Organisationstalente und ein Gespür für Zeitmanagement mitzubringen, das kann die Klausurphase ungemein erleichtern.

Was rätst Du angehenden Studierenden?

Trau Dich! Am Anfang ist alles neu und vielleicht etwas einschüchternd, aber so geht es den anderen auch du bist nicht alleine. Tauscht euch aus und stellt Fragen, die Dozierenden beantworten gerne Fragen. In den ersten Monaten sollte man sich schon mal einen Überblick über die Abgabetermine machen und gegebenenfalls einen Arbeitsplan erstellen, so wird das erste Semester nicht zu Anfang chaotisch. Sonst gilt die Devise: Alles auf sich wirken lassen und die ersten Erfahrungen als Ersti zu genießen.

Wo können sich angehende Studierende informieren?

Die Fontys arbeitet mit vielen Schulen in ganz Deutschland zusammen und bietet immer wieder Schnuppertage an. Für die allererste Informationsbeschaffung können aber auch auf der Homepage der Uni viele wertvolle Informationen gesammelt werden. Die Instagram-Seite der Fontys gibt nochmal einen kleinen Einblick in das Uni-Leben und dort finden sich einige Videos und Berichte von Studierenden.

In den vergangenen Wochen wurde Meetings im Rahmen unserer Projekte der Beruflichen Orientierung von Schülerinnen und Schüler bzw. Externen (die den Link zum Meeting über uns unbekannte Wege erhielten) gestört. Auch digitaler Unterricht wurde gestört. Die Medien (WAZ, Rheinische Post, „Aufwacher“-Podcast, WDR Lokalzeit Düsseldorf u.a.) berichteten ebenfalls darüber.

Im angegebenen Link fasst das Team vom Düsseldorfer Kompetenzzentrum in Kooperation mit der Kommunalen Koordinierung und dem Netzwerk Schule/Wirtschaft Gelingensbedingungen für „störungsfreie“ digitale Meetings zusammen.

Wir bewerten diese Tipps bewusst nicht. Wir wissen, dass nicht alle Kriterien immer oder sofort umsetzbar sind. Wir wissen auch, dass absolut störungsfreie Meetings kaum möglich sind. Deshalb sprach ein Experte im Rahmen unserer Recherchen nicht von störungsfreien, sondern von „störungssicheren“ Meetings. Wir könnten auch von „störungsarmen“ Meetings sprechen.

Wir geben Ihnen hiermit einen Werkzeugkoffer an die Hand, um im Vorfeld oder bei Störungen reagieren zu können. Diese Checkliste ist und bleibt ein „lebendiges Dokument“, dass wir regelmäßig aktualisieren werden.
Verbesserungsvorschläge bzw. weitere Ideen gerne an sochart@unternehmerschaft.de.
Quellen dieser Liste sind: Gespräche mit Digitalexperten aus der Wirtschaft und den Medien, Polizei Düsseldorf (Abt. Cybercrime), Medienberichte (u.a. WAZ und Rheinische Post) und eigene Erfahrungen.

Zu den Gelingungsbedingungen.

Ab Montag, 22. Februar, wird der Unterricht für Grundschüler/innen sowie für die Primarstufe der Förderschulen in einem Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht wiederaufgenommen. Die Schulen selbst entscheiden über die Intervalle aus Distanz- und Präsenzunterricht. Allerdings darf der Distanzunterricht nicht länger als fünf Unterrichtstage am Stück dauern. Denkbar wäre ein Modell, das Distanz- und Präsenzunterricht im täglichen Wechsel bietet. Ein Schichtmodell (stundenweise oder vormittags/ nachmittags) wird es nicht geben.

Auch Schüler/innen, die vor Prüfungen stehen und die einen erfolgreichen Abschluss anstreben, zum Beispiel das Abitur, den mittleren Schulabschluss oder den Abschluss an einer Förderschule, wird ab dem 22. Februar eine Rückkehr in den Präsenzunterricht in voller Klassenstärke ermöglicht. Klassen und Kurse können aber auch geteilt werden. Präsenzunterricht wird auch jenen Schülern geboten, die sich noch in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe befinden, denn auch diese aktuellen Leistungen fließen in die Schlussbewertung ein. Alle anderen Schüler/innen bleiben vorerst noch im Distanzunterricht.

Ab einer NRW-weiten Durchschnitts-Inzidenz von 50 wechseln zunächst alle Grundschüler/innen in den Präsenzunterricht. Alle anderen Jahrgänge würden in einem Wechselmodell- oder gleich in Präsenzform unterrichtet. Die Wocheninzidenz in NRW lag am Donnerstag (11.02.2021) bei 62,7 – der niedrigste Wert seit dem 18.  Oktober. Klassenfahrten sind noch bis zum 5. Juli verboten. Schulsport soll zwar angeboten werden, aber „möglichst nur im Freien“.

Quelle: WAZ Gelsenkirchen, 12.02.2021