Das Testprojekt „Talentscouting“ der Gelsenkirchener Polizei hat sein Erprobungsjahr erfolgreich beendet und geht nun weiter. Der Projektname lässt das Ziel schon erraten: Gewinnung von geeigneten Schülern für den Polizeiberuf.

Bei der Talentsuche geht es darum, den Schülern (Jahrgang Klasse 10) neben den ursprünglichen Werbemaßnahmen und Kennenlernaktionen auf Messen oder sonstigen Veranstaltungen einen festen Ansprechpartner an die Seite zu stellen, der offene Fragen rund um Bewerbungsverfahren, Berufsalltag, Qualifikation und Studium beantwortet sowie einen kleinen Einblick in die Weiterbildungs- und Karrierechancen gewährt. Darüber hinaus wird der Nachwuchs in den Dienst für das Land und Menschen unterstützt. In Gelsenkirchen ist Polizeihauptkomissarin Yvonne Shirazi Adl bundesweit erster Talentscout der Polizei. Knapp 200 Jugendliche wurden von ihr in den letzten Monaten betreut. Die Betreuung bestand beispielsweise aus Einzelgesprächen, Schulbesuchen und einem Austausch über Social Media sowie im direkten Kontakt. Ihre Kooperationspartner sind Lehrkräfte und das Talentzentrum NRW.

Weitere Informationen gibt es unter:

Polizei Gelsenkirchen
Thomas Nowaczyk

Telefon: 0209 36520-13
E-Mail: thomas01.nowaczyk@polizei.nrw.de
www.polizei.nrw.de

Quelle: WAZ Gelsenkirchen

Ab dem Wintersemester bietet die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen vier neue Studiengänge an. Drei davon in den Bereichen Umwelt- und Gebäudetechnik. Mit den neuen Studiengängen werden die vorherigen Fachrichtungen „Versorgungs- und Entsorgungstechnik“ noch einmal geschärft. Die Nachfrage der jungen Menschen soll dadurch stimuliert werden und die Nachhaltigkeit stark betont.

Der Präsident der Westfälischen Hochschule, Bernd Kriegesmann, sagt: „Wir haben uns immer verstanden als Hochschule, die Verantwortung für die Zukunft übernimmt. Aber ich möchte dass wir dabei keine Feigenblattdebatten führen. Die Welt wird nicht plötzlich nachhaltig, wenn wir überall Batteriespeicher einsetzen. Dann nimmt auch die Kinderarbeit in den Mienen im Kongo zu, wo Kobalt abgebaut wird. Dann werden mehr indigene Völker dort in Chile verdrängt, wo Lithium abgebaut wird. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Batteriespeicher. Aber ich erwarte ehrliche Debatten über Nachhaltigkeit und keine Beiträge einer Einkommens- und Bildungselite, die zum Selbstfindungskurs nach Nicaragua fliegt. Wir wollen in den Studiengängen konstruktive Lösungen finden und Antworten liefern.“

Einer der neuen Studiengänge „Digitale Systeme“ verbindet Software und Hardware, Sensorik und Aktorik. Der Schwerpunkt liegt auf der Datenverarbeitung in Echtzeit. Bern Kriegesmann erklärt: „Eine Anwendung würde beispielsweise darin bestehen, bei der Qualitätskontrolle in einer Produktionsanlage für flächige Materialien mittels genauester Erfassung mögliche Fehler am Produkt erkennbar zu machen und die Daten umgehend digital zu verarbeiten.“

Quelle: WAZ Gelsenkirchen

In diesen Tagen wurden zwei Bildungsberichte veröffentlicht, die es in sich haben. Der eine ist der Bundesbildungsbericht und der zweite kommt von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Erster Trend: Der Drang zu höheren Bildungsabschlüssen scheint vorbei zu sein. Die Quoten beim Übergang auf das Gymnasium sinken, ebenso die Absolventenquoten beim mittleren Schulabschluss und auch beim Abitur. Außerdem sehen die Autoren Defizite beim Thema Digitalisierung – sowohl in den Schulen als auch bei den Schülern.

Die Corona-Wochen waren in unseren Schulen eine Art „Feldversuch“, der neben viel Engagement auch Lücken zeigten – vor allem in der Digitalisierung. Wir berichteten bereits in diesem Podcast darüber: viele Schüler sind zuhause digital kaum zu erreichen, es gibt aber auch Lehrkräfte, die sehr unsicher in diesem Bereich sind und dann lieber gar nichts anbieten. Und letztendlich fehlt es auch an digitaler Infrastruktur.

Von den Autoren des Bildungsberichts kommt die klare Empfehlung: Digitale Medien lassen sich nur dann nachhaltig ins Lernen einbinden, wenn neben einer besseren technischen Infrastruktur auch verstärkt in die Qualifizierung der Lehrkräfte investiert wird.“

Aber auch grundsätzliche Defizite bei den Schülern werden angesprochen: Es hat zwar heute fast jeder ein Smartphone. Aber über alle Bildungsbereiche hinweg verfüge „ein beträchtlicher Teil der Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen bislang allenfalls über rudimentäre digitale Kompetenzen“. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) nannte als Beispiel den Umgang mit sogenannten Fake News.

Auch die Lage bei der Berufsausbildung bleibt angespannt: Obwohl es freie Ausbildungsplätze gibt, bleibt ein Teil der Jugendlichen ohne Lehrstelle. Die Bildungsexperten empfehlen: „Soll der Fachkräftebedarf langfristig gedeckt werden, müssen zudem mehr Betriebe darüber nachdenken, auch Jugendlichen ohne oder mit niedrigem Bildungsabschluss die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu geben“.

Blickt man dagegen auf das Thema Studienorientierung, erkennt man, dass das Interesse an einem Studium ungebrochen ist. Im Bildungsbericht wird damit gerechnet, dass die Nachfrage nach Studienplätzen bis 2030 auf dem heutigen Niveau bleiben wird. Pro Jahr fangen rund 500 000 Menschen ein Studium an. Die Arbeitsmarktchancen für Akademiker werden als „nach wie vor sehr gut“ bezeichnet.