Die Westfälische Hochschule lädt Mädchen zum virtuellen Girls’ Day am 22.04.2021 ein. Das Ziel: Mädchen zeigen, wie spannend und weiblich Technik und Informatik sind. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen der achten bis zehnten Klassen, die jetzt anfangen, sich Gedanken über ihren späteren beruflichen Werdegang zu machen. Zur Auswahl stehen verschiedene Seminare, in denen die Schülerinnen sich etwa mit der Computerspiele-Entwicklung beschäftigen, die visuelle Programmierung per „Drag and drop“ kennenlernen oder einen Hamstersimulator programmieren.

Quelle: WAZ Gelsenkirchen

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Eltern,

mit diesem Interview wollen wir wieder eine weitere Entscheidungshilfe in der Studien- und Berufsorientierung bieten. Hierzu haben wir einen Experten befragt. Sebastian ist 22 Jahre alt und studiert Elektrotechnik an der Rheinischen Fachhochschule Köln im 7. Semester.

Wann wusstest Du, was Du studieren willst?

Nach dem Abitur wollte ich eigentlich Maschinenbau oder Luftfahrtechnik studieren, aber da ich mir noch nicht ganz sicher war, habe ich mich etwas in meinem Umkreis umgehört. Viele meiner Bekannten haben mir dann gesagt, dass Elektrotechnik ein eher sicherer und gefragter Studiengang wäre. Da ich so oder so schon immer an Technik interessiert war, fing ich an, etwas mehr über die Elektrotechnik zu recherchieren. Schnell merkte ich, dass ich mich sehr für den Bereich begeistern kann und entschied mich aufgrund dessen für mein derzeitiges Studium.

Warum hast Du Dich genau für diese Hochschule entschieden?

Am Anfang hatte ich einen gesunden Respekt vor dem Studium und etwas Angst, dass ich an einer großen Universität nicht mitkommen würde. Von Hochschulen weiß man, dass es kleine Gruppen gibt und dass enger Kontakt zu den Dozentinnen und Dozenten besteht. Auf der Suche nach der passenden Hochschule im Umfeld Düsseldorf/ Köln kam ich auf die RFH. Ein Plus an meiner Hochschule war auch noch, dass die Stiftung einen großen Teil der Studiengebühren für diesen Studiengang übernimmt und ich somit nur die Grundgebühren bezahlen muss.

 Wie ist dein Studium aufgebaut?

Mein Studium besteht aus sechs Semestern und einem freiwilligem Praxissemester (6+1 Semester). Die ersten drei Semester befassen sich mit den Grundlagen der Elektrotechnik, also Bereiche wie Physik oder Mathematik gehören zu den täglichen Fächern. Ab dem vierten Semester wird der Fokus auf mehr Praxis gelegt und man kann sich dann auch spezialisieren. Das freiwillige Praxissemester wird in einem Unternehmen deiner Wahl absolviert. Am Ende muss ein Bericht abgegeben werden und es wird ein Workshop besucht, in dem vom Praktikum erzählt und berichtet wird. Unsere Module werden am Ende des Semesters mit Klausuren oder Laboren (praktische Arbeit) getestet.

Worauf kann man sich spezialisieren und welches Fach hast du gewählt?

Es gibt die Möglichkeit keine Spezialisierung zu wählen, das bedeutet dann, dass man frei vier Module auswählen kann. Bei einer Spezialisierung werden einem drei Module vorgeschrieben und das vierte darf man sich selbst aussuchen. Spezialisieren kann man sich in den Bereichen Automatisierungstechnik, Energietechnik und Kommunikationstechnik und diese Spezialisierung wird am Ende auch anerkannt. Ich persönlich habe mich für eine Spezialisierung in Kommunikationstechnik entschieden.

Was sind typische Arbeitsabläufe in Deinem Studium?

Ich habe vorhin schon erwähnt, dass wir durch Klausuren und sogenannte Labore getestet werden. Ein Labor kann man sich ungefähr so vorstellen: Studierende bekommen einen Termin und müssen sich zu dem Zeitraum in einem Raum in der Hochschule treffen. Dort ist dann der bestimmte Versuch aufgebaut. Die Studierenden führen ihn durch und dabei müssen ausführliche und viele Notizen darüber gemacht werden, was passiert ist und was beobachtet wurde. Am Ende des Semesters muss ein Report darüber abgegeben werden und ein Kolloquium mit dem Labor-Ingenieur steht an (mündliche Prüfung). So ein Labor hat man durchschnittlich in zwei von sechs oder sieben Modulen pro Semester. Für die anderen Module setzen wir uns in der Hochschule zusammen und lernen gerne mal in kleinen Gruppen.

Was sind die Berufsaussichten in Deinem Studienbereich?

Mit einem erfolgreich abgeschlossenen Studium kann man in sehr viele Bereiche gehen. Da gibt es zum Beispiel die Messtechnik, Netzwerktechnik oder auch der Mobilfunk mit dem Beispiel der 5G-Vernetzung. Mit Kommunikationstechnik kann man auch in die Forschung einsteigen. Ich möchte nach meinem Bachelor erstmal meinen Master in Elektrotechnik und Informationstechnik machen.

Wie kannst Du das Leben an der Hochschule beschreiben?

Das Leben an der Hochschule würde ich sehr entspannt beschreiben. Meistens treffen sich die Studierenden vor oder/ und nach den Vorlesungen zum Quatschen. Besonders wenn Labore anstehen, tauscht man sich viel mit den anderen Studierenden aus. Aber auch außerhalb der Hochschule trifft man sich privat am Wochenende für ein gemütliches Beisammensitzen.

Welche Fähigkeiten braucht es für ein erfolgreiches Studium?

Das wichtigste ist keine Angst vor der Mathematik oder dem abstrakten Denken zu haben. Von Vorteil wäre auch ein außerordentliches Interesse an Naturwissenschaften, Technik und Mathe mitzubringen. Während des Studiums ist das Durchhaltevermögen und ein gewisses Selbstbewusstsein das A und O. Allerdings muss man schon ein Verständnis für die Fächer mitbringen.  

Was rätst Du angehenden Studierenden?

Vor dem Studium muss man sich sehr gut und intensiv mit dem Studium befassen und auch schauen, ob die Interessenfelder mit den Modulen des Studiums übereinstimmen. Doch grundsätzlich ist es wichtig zu wissen: Am Ende ist alles machbar! Es haben ja auch schon andere vor einem geschafft, also schafft man es auch!

Wo können sich angehende Studierende informieren?

Erster Anlaufpunkt ist die Website der Hochschule, dort findet man alle nötigen Informationen, die man für die erste Informationsbeschaffung braucht. Meine Hochschule bietet auch Tage der offenen Tür an, an denen man sich schon mal den Campus angucken kann. Doch allgemein würde ich auch Messen empfehlen auf denen man mit Studieren reden kann. Sonst gilt auch: Fragt im Freundeskreis nach, eure Eltern oder Bekannte, das hilft immer.

Online-Beratung zu Studienangeboten

In den Osterferien, die in der kommenden Woche beginnen, bietet die „Zentrale Studienberatung“ der Westfälischen Hochschule viele verschiedene Online-Angebote zur Studienorientierung für interessierte Schülerinnen und Schüler an. Vom 29. März bis zum 10. April können sie sich durch Berater/innen der Hochschule informieren lassen. Die Veranstaltung „Studieren! Aber was und wo? – Orientierung im Hochschul-Dschungel“ erläutert den Studieninteressierten wichtige Grundbegriffe zum Thema Studium und gibt Tipps für Strategien zur Suche nach einem individuell passenden Studiengang an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften oder einer Universität.

Chat und Videokonferenzen

Das Studienangebot der Westfälischen Hochschule wird in der Online-Veranstaltung „Eine Hochschule, drei Standorte – das Studienangebot der Westfälischen Hochschule“ vorgestellt. Die Vorträge dauern 60 bis 75 Minuten. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, in einer offenen Runde im Chat oder in Mini-Videokonferenzen Fragen zu stellen. Darüber hinaus werden in den NRW-Osterschulferien auch die regulären Telefon- und Onlinesprechstunden der „Zentralen Studienberatung“ angeboten.

Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.w-hs.de/zsb-onlineseminare.

Quelle: WAZ Gelsenkirchen, 24.03.2021