Krankheit, Mobbing, Verwahrlosung: Wenn Kinder nicht mehr zur Schule gehen, hat das meist sehr vielschichtige Gründe. Gelsenkirchen hat jetzt im Kampf gegen Schulverweigerer einen neuen Leitfaden entwickelt, um chronische Schulschwänzer zurück in die Gesellschaft zu holen.

„Wir möchten den Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass wir sie im Blick haben und auf sie achten“, sagte Bildungsdezernentin Anne Heselhaus am Montagnachmittag bei der Vorstellung des Leitfadens „Wir merken, dass Du fehlst!“ in der Gelsenkirchener Volkshochschule. Dabei gehe es in erster Linie darum, den Schülern und ihren Eltern „mehr mit Wertschätzung zu begegnen als mit harten Interventionsmaßnahmen und Strafen“. Botschaft: Du bist uns wichtig, Ihr Kind ist uns wichtig.

War es früher „mehr dem Engagement des Klassenlehrers oder der Schule geschuldet“, so Eva Kleinau von der federführenden Jugendhilfe Schule der Stadt, wie schnell das Fehlen von Schulverweigerern erfasst, gemeldet und entsprechend gegengesteuert wurde, so bietet der Leitfaden nun systematische Handlungsanweisungen. Er beinhaltet einen kurzen Theorieteil, in dem die gesetzlichen Grundlagen, die Ursachen und Formen sowie der sinnvolle Umgang mit Schulabsentismus erläutert wird. In Teil B wird ein Stufenmodell samt Formularen und Anschreiben dargestellt. In Teil C gibt es Hinweise und Vorlagen zum Erfassen von Fehlzeiten.
Das Projekt startet an den Hauptschulen- die Gesamtschulen sollen als Nächstes mit ins Boot geholt werden, aber auch Realschulen und Gymnasien.

Parallel zur Präsentation des Leitfadens haben alle Mitwirkenden zum Umgang mit „Schulabsentismus“ eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Beteiligt sind die vier Gelsenkirchener Hauptschulen sowie das Referat Kinder, Jugend und Familie und die regionale Schulberatungsstelle.

Um zu sehen, zu welchen Ergebnissen der Leitfaden führt und wie groß das Problem der Schulverweigerer ist, sollen erste Ergebnisse nach ein bis zwei Jahren Anwendung zusammengetragen werden, wie Anne Heselhaus ankündigte. Davon verspricht sich die Bildungsdezernentin eine Aussage zum Wirkungsgrad des neuen Leitfadens.

Quelle: WAZ Gelsenkirchen, 08.12.2020

Im InfoTruck wird Metall- und Elektro ganz konkret: Moderne Maschinen zum Ausprobieren und viele Infos über einen 3D-Monitor

Der InfoTruck des Arbeitgeberverbandes der Eisen- und Metallindustrie
Emscher-Lippe e. V., informiert in Gelsenkirchen über die Ausbildungsmöglichkeiten und
Berufschancen in einem der größten Industriezweige in Deutschland.

Am 05.11.2020 und am 06.11.2020 nahmen interessierte Schülerinnen und Schüler, in Kleingruppen und unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes, das Angebot wahr, sich im InfoTruck auf zwei Etagen über Berufe der Metall- und Elektrobranche zu informieren.
Über einen 3D-Monitor wurde den Schülerinnen und Schülern ein Kurzfilm präsentiert, in dem Produktionsvorgänge der M+E-Industrie veranschaulicht werden. Im unteren Bereich des InfoTrucks hatten die Schülerinnen und Schüler im Anschluss die Möglichkeit, moderne Maschinen auszuprobieren.
Mit einer CNC-Fräsmaschine fertigten sie unter anderem kleine Werkstücke an.

Am Elektro-Arbeitsplatz konnte sich mit diversen Elektromodulen ein erstes Grundverständnis für die Elektrotechnik eingeholt werden und mit einem Pneumatik-Modell sollten die Schülerinnen und Schüler mit einem Druckluftarm per Einzelschrittsteuerung ein Werkstück auf ein Fließband umsetzen.
Neben vielen weiteren, spannenden Stationen zum Ausprobieren, gibt es im InfoTruck eine große Auswahl an Broschüren und Flyern, die über die Ausbildungsberufe der Metall- und Elektroindustrie informieren und zum Mitnehmen bereitliegen.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler sich im InfoTruck erste Eindrücke verschafft haben, öffnete das Unternehmen „GAFÖG Arbeitsförderungsgesellschaft -gemeinnützige GmbH-“ seine Türen und zeigte die Ausbildungswerkstätten der Metall- und Elektroberufe.
Durch die Führung durch das Unternehmen und einen Einblick in die Ausbildungswerkstätten, erhielten die Schülerinnen und Schüler einen ergänzenden, praktischen Einblick in die Berufe der Metall- und Elektroindustrie.

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Eltern,

mit diesem Interview wollen wir eine weitere Entscheidungshilfe in der Studien- und Berufsorientierung bieten. Hierzu haben wir wieder eine Expertin befragt. Mariele ist 23 Jahre alt und studiert im vierten Semester Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln.

Wann wusstest Du, dass bzw. was Du studieren willst?

Nach meinem Abitur bin ich erstmal für ein Jahr lang ins Ausland gegangen. Mein Plan war es hinterher anzufangen zu studieren. Nur was, das wusste ich damals noch nicht. Nachdem ich wieder in Köln war, fing ich an, mich über das Jurastudium online zu informieren und probeweise in vereinzelte Erstsemestervorlesungen reinzuschnuppern. Schnell merkte ich, dass mich der Inhalt sehr interessierte und schrieb mich letztlich für diesen Studiengang ein.

Hast Du während des Studiums die Fächer gewechselt?

Ja. Anfangs war ich mir noch nicht zu 100 % sicher, was wohl der richtige Studiengang für mich wäre und ich fing erst einmal an, Sozialwissenschaften zu studieren. Schnell musste ich allerdings feststellen, dass der Studiengang nicht das Richtige für mich war und ich fing an, mich für das Jurastudium zu interessieren.

Warum hast Du Dich genau für diese Uni entschieden?

Ich komme ursprünglich aus Köln. Anfänglich hatte ich zwar immer vor, später einmal in einer anderen Stadt zu studieren, aber die Universität zu Köln zählt zu einer der besten Unis für das Jurastudium. Insbesondere der Schwerpunktbereich ist an der Kölner Uni sehr umfangreich im Vergleich zu anderen Universitäten. Außerdem bietet die Fakultät ein eigenes Repetitorium an und bringt, in Relation zu ihrer Größe, eine auffällig hohe Zahl an Doktoranden hervor.

Wie ist Dein Studium aufgebaut?

Das Jurastudium lässt sich grob in drei Teile einteilen: Dem Grundstudium (auch Zwischenprüfung genannt), dem Hauptstudium und dem Repetitorium. Das Grundstudium dauert vier Semester und besteht aus 15 Klausuren und 2 Hausarbeiten. Das anschließende Hauptstudium ist nochmal vier Semester lang und beinhaltet das Pflichtfach, die Examensvorbereitung und evtl. den Schwerpunkt mit anschließender Prüfung. Einige Studierende entscheiden sich dazu, den Schwerpunkt erst nach dem ersten Examen zu wählen. Das ist aber letztlich jedem selbst überlassen. Wenn man in der Regelstudienzeit studiert, macht man im neunten Semester schließlich sein erstes Staatsexamen, welches aus 6 Klausuren und einer mündlichen Prüfung besteht. In seiner Studienzeit muss man zusätzlich noch zwei Pflichtpraktika für jeweils sechs Wochen machen, sowie einen Fremdsprachennachweis aufweisen können.

Was sind typische Arbeitsabläufe in Deinem Studium?

Das Studium besteht in den ersten vier Semestern hauptsächlich aus Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften. In diesen sitzt man pro Fach in einer Gruppe von ca. 15 Personen und einem AG-Leiter einmal pro Woche zusammen und erarbeitet sich den Vorlesungsstoff anhand von Fällen. Die AGs sind deshalb sehr beliebt, da die Vorlesungen durchaus sehr trocken sein können und die praktische Anwendung von den Professoren meistens nicht erklärt wird.

Wie sind die Berufsaussichten in Deinem Studienbereich?

Mit einer erfolgreich abgeschlossenen juristischen Ausbildung ist man beruflich ziemlich breit aufgestellt. Juristen werden in fast allen beruflichen Bereichen gebraucht und man hat eine große Auswahl: Diese reicht vom Richter bis zum Notar, aber auch Jobs bei Wirtschaftsprüfern sind möglich. Natürlich spielen die Examensnoten dabei eine entscheidende Rolle. Aber auch ohne Prädikatsexamen bieten sich einem noch Einsatzgebiete. Besonders gut aufgestellt ist man letztlich mit einem Schwerpunktbereich, der generell gefragt ist. Dazu zählen z.B. das Versicherungsrecht, sowie das Steuer- und Immobilienrecht.

Wie kannst Du das Leben an der Uni beschreiben?

Die Universität zu Köln zählt zu einer der größten Universitäten deutschlandweit. Auch das Jurastudium gehört zu den sog. „Massenstudiengängen“. Es kann gut vorkommen, dass man sich in einer Vorlesung den Raum mal mit knapp 400 Personen teilen muss. Da kann man durchaus ab und an das Gefühl bekommen, in der Masse unterzugehen. Um so wichtiger sind daher die AGs, in denen man nochmal die Möglichkeit bekommt, dem AG-Leiter persönlich Fragen zu stellen und in einer kleinen Gruppe gemeinsam den Inhalt der Vorlesungen zu erarbeiten.

Welche Fähigkeiten braucht es für ein erfolgreiches Studium?

Jura ist grundsätzlich ein Fleißfach. Um das Pauken kommt man im Studium leider nicht herum und man braucht einen gewissen Willen, um sein gestecktes Ziel auch erreichen zu können. Insgesamt ist aber eine gute Argumentationsfähigkeit von großem Vorteil. Die Rechtswissenschaft besteht letztendlich aus logischem Denken: Im Studium erlernt man analytische Fähigkeiten, die es einem erlauben, auch komplexe Sachverhalte schnell in ihre Bestandteile zu zerlegen und einen Überblick zu gewinnen. Diese abstrakten Denkstrukturen erleichtern einem das Auffinden von Problemen und ihren Lösungen ungemein.

Was rätst Du angehenden Studierenden?

Vor allem: Langsam angehen! Die meisten Erstis machen den großen Fehler, dass sie sich viel zu viel Wissen auf einmal aneignen wollen. Für Juristen gibt es eine unfassbare Fülle an Literatur. Insbesondere im ersten Semester sollte man sich von Kommentaren oder Lehrbüchern fernhalten. Diese sind vom Inhalt her sehr umfangreich und verleiten viele dazu zu denken, sie müssten deren gesamten Inhalt kennen. Grundsätzlich sind aber die Materialien, die einem in den Vorlesungen und AGs angeboten werden, völlig ausreichend. Es ist natürlich nicht verwerflich, ab und an auch mal in die Bib zu gehen und sich das Thema, das zuvor in der Vorlesung besprochen wurde, noch einmal in einem Lehrbuch durchzulesen. Man sollte aber unbedingt vom Kauf dieser Bücher absehen, da diese sehr teuer sind und inhaltlich, wie bereits gesagt, viel zu komplex sind.

Wo können sich angehende Studierende informieren?

Vor jedem Semesterbeginn wird ein sog. Infotag angeboten, für den man sich anmelden kann. An diesem hört man sich mit einer Mitarbeiterin/ einem Mitarbeiter der Fakultät vereinzelte Vorlesungen an und der Aufbau und Inhalt des Studiums wird einem nochmals umfassend erklärt. Ich persönlich habe den Infotag damals auch besucht und kann ihn jedem Interessierten nur empfehlen.

Beim Abitur wollen sich die Länder verpflichten, 2023 die Hälfte aller schriftlichen Aufgaben in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch aus einem gemeinsamen Aufgabenpool zu entnehmen.
Zwei Jahre später soll das auch für naturwissenschaftliche Fächer gelten.
Einen Pool für einheitliche Aufgaben gibt es für manche Fächer bereits.
Grund für diese Vereinbarung war unter anderem eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, welches 2017 bemägelte, dass bei der Vergabe von Medizin-Studienplätzen die Abiturnoten bundesweit schlecht vergleichbar sind und die Studienanwärter/innen abhängig vom Heimatort Nachteile haben könnten.

Quelle: WAZ Gelsenkirchen

Bereits zum siebten Mal steigen vom 16. – 26. September die TalentTage Ruhr.
Auch wir, das Team der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe und die Stiftung PRO AUSBILDUNG, beteiligt sich mit der Veranstaltung GOALHOPPING – Was passt zu Deinen Zielen? am Dienstag, 22. + Mittwoch, 23. September 2020 an der bundesweit einzigartigen Leistungsschau der Bildung.

Hierum geht’s in unserem Angebot:
„Du weißt noch nicht, wie Du Dich auf Deine berufliche Reise vorbereiten sollst? Bei uns erwarten Dich spannende und vielseitige Stationen, die Du in kleinen Teams durchläufst. Das Programm ist gefüllt mit Aufgaben rund um das Entdecken Deiner persönlichen Stärken, mit Bewerbungstraining, Wissenswertem zu Stellenanzeigen und Praxistipps in Sachen Berufsfelderkundungen sowie Studienorientierung. Ziel ist es, Dich auf Deine berufliche Reise vorzubereiten und Dir einen Mehrwert zu geben. Für Dein leibliches Wohl ist dabei auch gesorgt: Ein kleines Frühstück, ein leckerer Mittagssnack und Kaltgetränke sind inklusive.“

Wichtig:
– an beiden Tagen in der Zeit von 10.00 Uhr – 15.00 Uhr
– 22. September für SchülerInnen der Klassen 8 + 9
– 23. September für SchülerInnen der Klassen 10 + 11

Alles zur Anmeldung für SchülerInnen:
„Sende uns eine WhatsApp-Nachricht an 0157 – 806 309 94 mit dem Kennwort „Bin dabei!“, Deinem Namen, dem Namen Deiner Schule und dem Tag, an dem Du teilnehmen möchtest.“

Im Rahmen der TalentTage Ruhr entdecken junge Menschen vom Kindergarten- bis zum Hochschulalter ihre Fähigkeiten. In Workshops probieren sie sich in unterschiedlichen Bereichen aus und lernen auf diese Weise auch bisher unbekannte persönliche Stärken und Interessen kennen. Unternehmensbesuche und Austausch mit Azubis ermöglichen ihnen den Blick hinter die Kulissen. Informationsveranstaltungen erweitern zudem ihren Horizont für berufliche Möglichkeiten.

Trotz der aktuellen Corona-Situation engagieren sich mehr als 100 Hochschulen, Unternehmen, Kommunen, Kreise, Vereine, Verbände, Kammern und viele weitere Institutionen aus dem gesamten Ruhrgebiet während der TalentTage Ruhr gemeinsam im Bereich der Bildungs- und Nachwuchsförderung. Mit gut 200 Veranstaltungen erzielen sie eine enorme regionale und überregionale Aufmerksamkeit. Im Vergleich zu den Vorjahren haben die TalentTage Ruhr ihr digitales Angebot für 2020 deutlich ausgeweitet. Bewerbungstrainings finden online statt, Beratungen zu Stipendien werden digital durchgeführt und Medienkompetenzen direkt am Computer geübt. Es finden während der TalentTage Ruhr auch weiterhin Präsenzveranstaltungen statt, das allerdings in deutlich kleinerem Rahmen als üblich und jeweils unter Wahrung der geltenden Hygienebeschränkungen.

Die TalentTage Ruhr präsentieren das Ruhrgebiet als innovative Talentregion und dokumentieren das große Potenzial als zukunftsfähiger Arbeits- und Lebensraum. Sämtliche Angebote und Veranstaltungen sind für Schulen, SchülerInnen und Studierende kostenlos. Weiterführende Informationen und das komplette Programm der TalentTage Ruhr 2020 gibt es auf www.talenttageruhr.de.

Wir freuen uns auf Euch/ Ihre SchülerInnen!

Das Projektteam der Arbeitgeberverbände und Stiftung PRO AUSBILDUNG

In NRW stieg zum Ende der Ferien die Zahl der Corona-Infizierten wieder an. Die Landesregierung zog die Zügel an – und führte die Maskenpflicht im Unterricht ein.

Schulministerin Yvonne Gebauer hat in den vergangenen Monaten von Lehrern, Eltern und Verbänden einstecken müssen. Es hieß: chaotische Kommunikation, Verbreitung organisatorischer Hektik und fehlende Ansagen. Um einen reibungslosen Start in das neue Schuljahr vorbereiten zu können, gab es immerhin eine Umsetzungszeit des Konzeptes von 7 Werktagen, um die wichtigsten Fragen zu klären:

Wann und wo gilt die Maskenpflicht?
Welche Ausnahmen gibt es?
Bekommen die Schüler die Masken gestellt?
Wie findet der Unterricht statt?
Was ist bei einer Erkältung zu tun? Und so weiter …

Die wichtigste Frage aber war wohl, im Falle eines kurzfristigen Wechsel zum Distanzunterricht: Sind die Schulen dafür nun technisch gerüstet? Schulministerin Gebauer geht davon aus, dass die Kommunen jetzt intensiv dabei sind, die nötigen Geräte zu besorgen.

„Wir haben in den letzten Wochen alles dafür getan, damit diese Geräte nun beschafft werden können. Ich kann aber nicht sagen, ob alle Schulen bis zu den Herbstferien komplett versorgt sind.“

Quelle: WAZ Gelsenkirchen

Jede Lehrkraft soll zukünftig einen Computer besitzen.

Ein Schuljahr lang wird der Unterricht auf Distanz gleichwertig mit dem regulären Unterricht in der Schule. Sollte also in der Stadt eine Schule coronabedingt geschlossen werden müssen, gilt das Lernen auf Distanz wie tatsächlich erteilter Unterricht, sagt NRW Schulministerin Yvonne Gebauer. Das dazugehörige, pädagogische Konzept wird gerade erstellt. Eines ist aber schon jetzt klar: Noten werden verteilt und die Leistungsbewertung muss sich im Distanzunterricht widerspiegeln.
Elternvertreter hatten schon zu Beginn vor der „Benotung auf Distanz“ gewarnt, da die Lernvoraussetzungen zu Hause extrem unterschiedlich sind. Daher müssen Lehrkräfte nun Rücksicht auf die technische Ausstattung der einzelnen Schüler nehmen und dürfen ihre Aufgaben nur so stellen, dass sie auch ohne technische Endgeräte erledigt werden können. Es wird zu einer klassischen Methode trotz digitalem Unterricht geraten: Arbeitsblätter verteilen, Aufgaben erfüllen lassen, Arbeitsblätter einsammeln. Die technische Ausstattung soll sich aber schnellstmöglich verbessern und Möglichkeiten für regelmäßige Videokonferenzen bieten.

Die Maßnahmen und Anschaffungen werden von einem öffentlichen Förderprogramm unterstützt. Lehrkräfte bekommen digitale Endgeräte, Schüler aus sozial benachteiligten Familien erhalten Schulcomputer. Wer zu Zweiterem zählt, entscheiden die Schulen selbst und individuell.

„Es kann nicht sichergestellt werden, dass alle Geräte für Lehrer und Schüler schon zum Schuljahresbeginn vorhanden sind.“, sagt Ministerin Gebauer. Das Ministerium hofft auf eine breite Ausstattung zum Ende des Jahres, denn dann endet auch das Förderprogramm. Schulen werden gebeten, schon jetzt die erforderlichen Endgeräte zu besorgen und die Kosten einzureichen, die seit dem Ende des „offiziellen“ Unterrichts entstanden sind.

Quelle: WAZ Gelsenkirchen

Es ist kein Geheimnis, dass die laufende Corona-Pandemie nicht nur für einen Schub der Digitalisierung in Schulen und Unternehmen gesorgt hat, sondern auch mit voller Wucht die Industrieländer in eine tiefe Krise geschlagen hat. Im Hinblick auf das Thema „Suchen und Finden eines Ausbildungsplatzes“ ist eine Unsicherheit aller Beteiligten zu spüren: Wie lässt sich in Zeiten einer pandemiebedingten Wirtschaftskrise ein Ausbildungsbetrieb finden, der nicht von einer Insolvenz betroffen ist? Welches Unternehmen kann mit gutem Gefühl neue Auszubildende einstellen, obwohl andere Mitarbeiter in der Kurzarbeit stecken? Und wie kommen Bewerbergruppen und Unternehmen eigentlich zusammen, um sich kennenzulernen?

Doch so sorgenreich die Fragen auch sind, die Lage auf dem deutschen Ausbildungsmarkt ist trotz Corona-Krise besser als gedacht. Grund dafür ist, dass vor der Krise schon deutlich mehr Lehrstellen unbesetzt blieben als es Bewerber gab. Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Handwerks, sagt: „Kein Jugendlicher muss aufgrund von Corona den Anschluss für seine berufliche Zukunft verpassen.“ Er verdeutlicht, dass es in diesem Jahr sicherlich zu Lockerungen der sonst bestehenden Regeln kommen wird, die die Starttermine auch im Oktober oder November ermöglichen. Auch die Berufsschulen haben angekündigt, in diesem Jahr flexibler zu sein.

Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände sieht die Lage überwiegend positiv. „Es gäbe reichlich Auswahlchancen für junge Menschen.“

Quelle: WAZ Gelsenkirchen

„Ich zocke gerne- und jetzt?“

 

Für einige Schülerinnen und Schüler ist es eine der schwierigsten und nervenaufreibendsten Fragen in ihrem Leben: „Was möchtest du später einmal werden?“

Auch wir stellen mit unserer Arbeit immer wieder fest, dass diese Frage die Schülerinnen und Schüler an ihre Grenzen bringt und für ein großes Fragezeichen sorgt.

Beinahe alle Schülerinnen und Schüler haben diese Frage schon einmal gestellt bekommen-   nur ein Bruchteil davon kann diese jedoch begründet beantworten.

Aber warum ist das so?

Wir haben immer wieder festgestellt, dass es den Schülerinnen und Schülern schwerfällt, eine Verbindung zwischen ihren Stärken und Eigenschaften zu einem passenden Beruf herzustellen.

Bei der Frage: „Was sind deine Hobbys und welcher Beruf passt dazu?“ fällt es den Kindern schwer, eine Berufs-Verbindung zum „Zocken“ und „mit meinen Freunden treffen“ herzustellen.

Es ist wichtig den Schülerinnen und Schülern zu verdeutlichen, dass auch diese Hobbys eine wertvolle Einschätzung zu den Stärken geben können.

Beschäftigt man sich tiefer mit dem Hobby „zocken“ bemerkt man schnell, dass die aktuellen Videospiele mit viel Teamarbeit und Taktik zusammenhängen. So kann schnell herausgefunden werden, welche Rolle die Schülerin oder der Schüler in diesem Team einnimmt.

Bin ich der „Anführer“, der wichtige Entscheidungen trifft und Ideen sammelt, schließe ich mich der Entscheidung der Mehrheit an oder bringe ich nützliche Tipps an, die zu einem Gewinn führen können?

Diese Merkmale können schon einen groben Einblick geben, welche Position oder welches Berufsfeld auf den Schüler oder die Schülerin zutreffen kann.

Auch bei der tiefergehenden Frage, was die Kinder genau machen, wenn sie sich „mit Freunden treffen“, stellt sich immer wieder heraus, dass diese gemeinsam über Probleme sprechen, sich gut in andere Menschen hineinversetzen können und sehr empathisch sind, kreative TikTok-Videos erstellen oder Instagram-Posts verfassen.

Den Schülerinnen und Schülern sollte immer wieder vor Augen geführt werden, dass jeder ein Talent hat, auch wenn dieses nicht immer sofort sichtbar ist.

Es gibt leider kein Patentrezept, welches besagt, welche Schülerin oder welcher Schüler welchen Beruf ausüben sollte.

Einige Tipps, Tricks und Denkanstöße unterstützen jedoch dabei, den Weg zur Berufs- oder Studienwahl für alle ein Stück einfacher und verständlicher werden zu lassen.

Unsere Kollegin Ilka Hüsges möchte Dich über das Thema ,,Stärken“ informieren.

Ob Ariana Grande oder Justin Bieber, ob Bibi Claßen oder Julian Bam. Es gibt Menschen zu denen man aufsieht, da sie entweder besonders erfolgreich sind oder etwas ziemlich gut können – im besten Fall sogar beides.

Sie besitzen Stärken, die wir uns vielleicht auch wünschen. Nun gut, nicht jeder wird Sänger*in oder YouTube-Star, schon klar. Dennoch stellst sich die Frage, wie finden wir unsere eigenen Stärken heraus?

Um das beantworten zu können, sollte man sich seiner eigenen Stärken und Interessen bewusst werden. Leichter gesagt, als getan. Denn selbst Erwachsenen fällt es schwer, sich selbst einzuschätzen. Das bedeutet, sie wissen oftmals auch nicht auf Anhieb, was sie gut können. Und als wäre die Pubertät nicht schon anstrengend genug, sollst Du Dich auch noch mit Deinen Stärken auseinandersetzten, oh boy! Wellcome to the grown-up world. Kleines Geheimnis: Dachtest Du, Erwachsene wissen über alles Bescheid? – nope, ist nicht der Fall! Wir Menschen entwickeln uns in unserem Leben ständig weiter – selbst als Erwachsene*r. Wir alle durchlaufen einen stätigen Prozess der Weiterentwicklung. Auch wenn manche Menschen gerne mal mitten drin stehen bleiben. Unsere Persönlichkeitseigenschaften und Stärken ändern sich. Und genau deshalb ist es wichtig, sich regelmäßig mit sich selbst zu beschäftigen. Du wirst im Laufe deines Lebens Stärken hinzugewinnen oder Dich von einigen Interessen trennen. Das ist ganz normal. Doch wie findest Du Deine Stärken heraus?

Aller Anfang ist schwer, daher stellen wir Dir drei Tools vor, mit denen Du Deinen Stärken und Deiner Persönlichkeit einige Schritte näherkommen kannst.

  • Potenzialanalyse des Berufswahlpasses

Wahrscheinlich kennst Du den Berufswahlpass schon aus der Schule. Ab der achten Klasse startet der Berufswahlpass mit der Potenzialanalyse. Auf dem Arbeitsblatt „Die Potenzialanalyse vorbereiten: Meine Stärken“ findest Du eine Auflistung von Fächer und Stärken und Du sollst Dich selbst einschätzen. Also wenn Du kreativ bist, gibst Du Dir ein „++“ und ein „—“, wenn Du selbst denkst: „Ne, kreativ bin Ich jetzt nicht.“ Diese Übung ist super. Du kannst Dir auch eigene Listen mit Stärken oder sogenannten Soft Skills erstellen. Das tolle an diesem Arbeitsblatt ist, dass Du von jemand „Fremden“ eingeschätzt werden sollst. Fremd ist absichtlich in Anführungsstrichen geschrieben, denn Du kannst natürlich deine Freunde, deine Familie oder Bekannte fragen, ob sie dir eine Einschätzung geben. Bei der Fremdeinschätzung wird die wichtige Frage „Wie komme Ich bei anderen Menschen an?“ beatwortet. Diese Erkenntnis kannst Du für Dich nutzen. Mehr zum Berufswahlpass findest Du unter:

www.bwp-nrw.de/los-gehts/

  • Check-U der Bundesagentur für Arbeit

In vier Sektionen testet Du bei Check-U Deine Fähigkeiten, Deine Sozialen Kompetenzen, Deine Interessen und Deine Beruflichen Vorlieben. Zu allen vier Tests erhältst Du eine individuelle Auswertung. Super gut, um ein Gefühl für Deine Stärken zu bekommen. Bei „Ergebnisse“ werden Dir Ausbildungsberufe oder Studiengänge empfohlen mit weiteren Informationen. Nur solltest Du Dir für die Tests Zeit nehmen. Sie dauern teilweise bis zu 70 Minuten! Zeit, die sich jedoch lohnt zu investieren! Den Check-U findest Du unter:

www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt

  • Der Myers-Briggs-Typenindikator

Ein klassischer Persönlichkeitstest, welcher auch in der Personalführung genutzt wird, ist der Myers-Briggs-Typenindikator. Er besagt, dass sich die Menschheit grob in 16 verschiedenen Persönlichkeitstypen gliedert. Ganz schön gewagt diese These. Mit Sicherheit gibt es kleine Mischformen von verschiedenen Persönlichkeitstypen. Aber im Großen und Ganzen hilft dieser Typenindikator Dir dabei, mehr über Deine Persönlichkeit zu erfahren. Vor ungefähr fünf Jahren was dieser Test sehr beliebt bei verschiedenen YouTubern und Influencern. Bei 16 Personalities von NERIS Analytics Limited kannst Du online den Test durchführen. Im Seitenmenü sind alle Persönlichkeitstypen beschrieben. Achtung: Die englische Beschreibung der Charaktere ist ausführlicher. Einfach die Sprachfunktion nach dem Test auf Englisch ändern und sich nochmals Deine Ergebnisse auf Englisch durchlesen. Den Test findest Du hier:

www.16personalities.com/de/kostenloser-personlichkeitstest

Du hast jetzt allerhand Rüstzeug an der Hand. Probiere Dich aus und versuche Deine Ergebnisse festzuhalten. Ob als Text, Mind-Map, Foto oder was sich für Dich am besten anfühlt. Starte mit der Suche nach Dir und Deinen Stärken. Einmal erkannt, kannst Du Deine Stärken nutzen, um Dich für einen beruflichen Werdegang zu entscheiden. Aber auch in Deinem Privatleben hilft Dir ein bewusster Umgang mit Deinen Stärken. Denn Du weißt, wie man mit Dir umgehen sollte und lernst mit der Zeit Deine Interessen zu vertreten. Und das ist Gold wert! Übrigens kannst Du uns auch ein Feedback zum Blogbeitrag schicken. Wir freuen uns Deine Ergebnisse zu sehen und sie mit Dir zu teilen!